Frank Fischer über Donald Trumps "Goldmänner"

Frank Fischer, CIO der Shareholder Value Management AG, nimmt das Phänomen "Trump Rallye" unter die Lupe: "Eine „Abkehr vom Establishment in Washington und ein Kampf gegen die Machenschaften der Wall Street“, wie sie Trump im Wahlkampf noch versprochen hatte, sieht unserer Meinung nach anders aus." Shareholder Value Management AG | 14.12.2016 08:59 Uhr
Frank Fischer, Shareholder Value Management AG / ©  Shareholder Value Management AG
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Trump und die Folgen

Die Politik hatte die Märkte in den vergangenen Wochen wieder voll im Griff. Allen voran der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen hat den Märkten einen merklichen Schub gegeben. Dabei stand zunächst weniger Trump selbst im Vordergrund. Vielmehr waren die Märkte erleichtert, dass dieser schmutzige Wahlkampf endlich vorbei war. Aber jetzt geht es an die Umsetzung der Versprechen, die der designierte US-Präsident im Wahlkampf gegeben hat. Hier zeichnen sich erste Konturen ab. Die Aktienmärkte rund um den Globus haben positiv reagiert, weil von Trump einschneidende Maßnahmen erwartet werden. Die Hoffnungen liegen vor allem darauf, dass Trump die Steuern senken wird, einen Infrastrukturboom auslöst („America first“) und die Regulierung der Banken lockern wird.

Was bedeutet das im Einzelnen? Trump plant ein Konjunkturprogramm mit höheren Infrastrukturausgaben, finanziert durch eine erhöhte Schuldenaufnahme sowie aggressive Steuerkürzungen.  Vielleicht kippt Trump sogar die Obergrenze für die Staatsverschuldung. So hatte es seinerzeit der damalige US-Präsident Ronald Reagan gemacht. Dies alles könnte der amerikanischen Wirtschaft kräftige Impulse verleihen. Die US-amerikanischen Aktienindizes wie der Dow Jones und der S&P 500 stürmen momentan schon von einem Rekordhoch zu anderen. Und auch andere Indizes wie der deutsche Leitindex DAX erklimmen mittlerweile wieder Jahreshöchststände.

US-Aktien werden weiterhin profitieren

An der Börse gibt es schon den Begriff der „Trump-Rally“. Anleger wetten dabei auf einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung. Am stärksten getrieben wird die Trump-Hausse von Sektoren, die von diesem Aufschwung profitieren werden. So sind Finanzaktien im S&P 500 in die Höhe geschnellt, allen voran die Bank of America und die Investmentbank Goldman Sachs.  Hier kommt auch die Tatsache zum Tragen, dass einige „Goldmänner“ wie etwa Gary Cohn und andere Wall Street-Größen in der künftigen Regierung von Donald Trump eine wichtige Rolle spielen sollen. Eine „Abkehr vom Establishment in Washington und ein Kampf gegen die Machenschaften der Wall Street“, wie sie Trump im Wahlkampf noch versprochen hatte, sieht unserer Meinung nach anders aus.

Die Politik hält die Märkte weiterhin in ihrem Bann

Wie dem auch sei: Wie lange diese ganze Euphorie andauern wird, muss abgewartet werden. Denn Trump hat sich – wie oben gezeigt – bisher als wenig zuverlässig und vertrauenswürdig erwiesen. Und er wird auch allein mit Versprechen und seinen schon heute berühmten Videobotschaften morgen früh keine 10,000 neuen Arbeitsplätze in Städten wie Detroit schaffen. Das wird noch für Unruhe bei den Wählern sorgen. Dass jedoch „Domestics“, also einheimische, amerikanische Aktien weiterhin profitieren werden, scheint eine logische Konsequenz aus der Trump-Wahl zu sein. Dafür wird auch der Protektionismus mit Strafzöllen und ähnlichen Maßnahmen sorgen, den Trump versprochen hat.  Unserer Meinung nach muss sich aber die deutsche Exportwirtschaft keine allzu großen Sorgen machen. Denn auch beim künftigen US-Präsidenten wird nicht alles so heiß gegessen wie gekocht.

Deshalb sind und bleiben wir auch für unsere Mandate optimistisch. Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auch weiterhin im Banne der Politik bleiben werden. So geht Italien nach dem „No“ beim Referendum einer ungewissen Zukunft entgegen. Und im kommenden Jahr folgen die Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland. Nach Brexit und Trump sind weitere Überraschungen sehr wahrscheinlich.

Herzlichst Ihr

Frank Fischer

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