SNB: Alle Augen sind auf den EUR/CHF-Kurs gerichtet

Allianz Global Investors | 14.03.2024 11:52 Uhr
Martina Honegger-Romahn, Lead Portfolio Manager Fixed Income in der Schweiz, Allianz Global Investors / © e-fundresearch.com / Allianz Global Investors
Martina Honegger-Romahn, Lead Portfolio Manager Fixed Income in der Schweiz, Allianz Global Investors / © e-fundresearch.com / Allianz Global Investors

  • Wir gehen nicht davon aus, dass die SNB bei der Sitzung am 21. März die Zinssätze senken wird.
  • Die hohe Bewertung des Schweizer Frankens ist für die SNB ein großes Thema, da diese Bewertung die Schweiz in eine Rezession führen kann.
  • Sofern sich der EUR/CHF-Kurs bis Juni nicht wesentlich abschwächt, wird die SNB die Zinsen wahrscheinlich im Einklang mit der EZB und der Fed senken.

Als im Jahr 2022 die Inflation in den meisten Industrieländern enorm hoch war, nutzte die SNB die Gelegenheit, ihre Negativzinsen aufzuheben und eine Auflösung ihrer Fremdwährungsreserven einzuleiten. Wie intendiert, wertete der Schweizer Franken gegenüber dem EUR drastisch auf, was dazu beitrug, den externen Inflationsdruck zu dämpfen. Insgesamt war dies ein großer Erfolg für die SNB: Im laufenden Zyklus stieg die Inflation nicht über 3,4%, die Schweizer Wirtschaft wuchs weiter und die Arbeitslosigkeit überstieg 2,5% nicht.

Zwei Jahre später ist die SNB erneut mit einem potenziell überbewerteten Schweizer Franken konfrontiert, und das vor dem Hintergrund einer schwachen Konjunktur. Die Schweizerische Nationalbank hat den Bilanzabbau bereits gestoppt, was einer der Gründe für die Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem EUR ist (EUR/CHF 0,96 vs. 0,92 im Januar 2024). Bis Dezember dieses Jahres sind etwa drei Zinssenkungen eingepreist. Im Gegensatz zur Fed und zur EZB steht die SNB unter einem deutlich geringeren wirtschaftlichen Druck, die Zinsen zu senken, als ihre Gegenstücke: In der Schweiz gibt es keine Krise auf dem gewerblichen Immobilienmarkt, und der Leitzins beträgt nur 1,75% im Vergleich zu 4,5% bei der EZB und 5,5% bei der FED. Die wirkliche Sorge für die Schweizer Wirtschaft ist die Bewertung des Schweizer Frankens, die das Land in eine Rezession führen kann, weil sie dem Exportsektor schaden könnte.

Sollte die SNB den Zinssenkungen der EZB und der Fed nicht folgen, dürfte der Wechselkurs des Schweizer Frankens steigen. Eine Zinssenkung wird weder von der EZB noch von der FED vor Juni erwartet, weshalb wir glauben, dass die SNB eine abwartende Haltung einnehmen wird. Sie wird wahrscheinlich den EUR/CHF-Wechselkurs beobachten und zulassen, dass der Kurs seine Abwertung gegenüber dem EUR fortsetzt. Sofern sich der EUR/CHF-Kurs bis Juni nicht wesentlich abgeschwächt hat, wird die SNB die Zinsen wahrscheinlich im Einklang mit der EZB und der Fed senken. Daher gehen wir nicht davon aus, dass die SNB auf der Sitzung am 21. März eine Zinssenkung vornehmen wird.

Von Martina Honegger-Romahn, Lead Portfolio Manager Fixed Income in der Schweiz, Allianz Global Investors

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