Energierohstoffe und Finanzmärkte: Wenig Veränderung aus Nachhaltigkeitssicht

Die neue rfu Commodity Outline fasst die Nachhaltigkeitsrelevanz der Energie- und Finanzindustrie umfassend zusammen. Research | 29.03.2024 14:19 Uhr

Energie-Rohstoffe spielen eine bedeutende Rolle hinsichtlich der gesellschaftlichen und ökologischen Krisen unserer Zeit. In einem früheren Artikel haben wir über die Trägheit der Veränderung in der Energiebranche geschrieben, und die Hoffnung auf technologische Lösungen. Dagegen bekommen in diesem Diskurs die Wege einer Verbrauchsreduktion und einer Fokussierung des Energieeinsatzes auf universelle Grundbedürfnisse nur wenig Raum.

Weiterhin hohes Ausmaß an finanziellen Ressourcen für fossile Industrie

Generell fällt bei der Betrachtung monetärer Flüsse auf, dass der fossile Sektor in den letzten Jahren starken ökonomischen Rückenwind hatte (siehe nachstehende Grafik). Neben Finanzierungen zeigt sich das auf Ebene von Investitionen, Gewinnen und (staatlichen) Subventionen. Auch in den Ausgaben der Industrie selbst spiegelt sich das wider. Im Jahr 2022 flossen nur 1% der „cash spendings“ in „Low Carbon“-Technologien, während 87% für den Erhalt und Ausbau der fossilen Infrastruktur sowie Dividenden verwendet wurden. Dies hat auch ökonomische Implikationen. 

Ökonomische Risiken für den Finanzsektor bedeutend

Der Finanzmarkt und der Energiesektor sind eng verknüpft. Für beide spielen Ausfallsrisiken eine wichtige ökonomische Rolle. Das Nature Magazin schätze diese Risiken für die Öl- und Gasindustrie auf rund eine Billiarde US-Dollar. Sogenannte Stranded Assets verlieren unter Berücksichtigung von Klimazielen ihren Wert – so die dahinterliegende These. Dennoch verändern sich Kapitalströme im Finanzsektor nur sehr langsam und spiegeln diese Risiken kaum wider. Obwohl jüngere Zahlen auf eine langsame Trendwende hindeuten, kamen zwischen 2016 und 2022 nur 7% der Finanzierungen großer Banken dem Ausbau von Erneuerbaren zugute.

Nachhaltigkeitsanalysen als Entscheidungsgrundlage

Ziel der rfu Rohstoffanalysen ist es, die gesellschaftlichen und ökologischen Effekte der verschiedenen Commodities – und damit auch der Energieträger – über den gesamten Lebenszyklus zu erfassen und zu vergleichbaren Ratings zusammenzufassen. Gerade weil mit fossilen Energiequellen so hohe Risiken verbunden sind, ist eine vertiefte und differenzierte Information darüber eine wichtige Entscheidungsgrundlage für nachhaltigkeitsorientierte Investoren. Die wesentlichen Ergebnisse unserer Analysen haben wir in der rfu Commodity Outline zusammengefasst.

Handlungsempfehlungen

Wie können diese Ratings in konkrete in Strategien umgemünzt werden? Es gibt sehr unterschiedliche Strategien im Zusammenhang mit nachhaltigem Investment. Zusammengefasst setzten alle diese bei der Entscheidung an, was finanziert werden soll und was nicht. Gerade im Zusammenhang mit fossilen Energieträgern wäre es wichtig, Kapitalkosten für jene Unternehmen oder Projekte in die Höhe zu treiben, die Klimazielen widersprechen. Dennoch ist der direkte sozialökologische Impact von Divestment-Strategie bis heute fraglich, was mitunter auch an der Komplexität der Beweisführung liegt. 

Vor allem der indirekte Effekt von nachhaltigen Investmentstrategien wird hervorgehoben. Durch Engagement – bei Hauptversammlungen, bei direktem Kontakt mit den Unternehmen - können der wirtschaftspolitische Diskurs für einen Ausstieg und Narrative abseits von technologischen Lösungen verstärkt werden. Hier ist viel Raum für mehr Aktivitäten. Gegenüber Rohstoffbörsen könnte Engagement bedeuten sich für liquide ESG-spezifizierte Kontrakte einzusetzen. 

Von Christian Loy, Head of Research bei rfu

Die rfu Commodity Outline kann Investorinnen und Investoren Hintergrundinformationen und Argumenten für den Austausch liefern und steht hier frei zur Verfügung.

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